„Die Tür öffnet sich von ganz alleine“

DHL, Hermes und die Biokiste wollen in Deine Wohnung, wenn Du weg bist. Florian Fehr kümmert sich darum, dass Deine Tür nur reinlässt, wer rein soll.

Einen festen Schreibtisch hat Florian nicht. Er arbeitet, wo gerade Platz ist oder eben unterwegs. Der 30-Jährige ist so etwas wie ein Trüffelschwein im digitalen Zeitalter. Er hat eine Nase für Opportunitäten. Sein Auftrag: neue Geschäftsfelder für Viessmann finden. Das können Dinge sein, die mit dem klassischen Geschäft, Heiz-, Industrie- und Kühlsysteme, auf den ersten Blick gar nichts zu tun haben. Wie zum Beispiel eine intelligente Tür, die sich für erwünschte Dienstleistern öffnet und alle anderen draußen lässt.

Das Unternehmen steckt mittendrin im digitalen Transformationsprozess. Obwohl, eigentlich ist Viessmann schon weiter. Das ist auch der Grund warum Florian hier arbeitet. „Es ist das erste Unternehmen, das Digitalisierung ganzheitlich denkt“, sagt er. „Viessmann geht es nicht darum, in Startups zu investieren und damit im Trend zu sein. Wir wollen auch das bisherige Kerngeschäft transformieren und darüber hinaus Verantwortung für den gesamten Planeten übernehmen.“

Viessmann bietet Lösungen für die Energiewende an

Viessmann ist ein 101-jähriges Familienunternehmen mit Stammsitz in Nordhessen und mehr als 12.000 Mitarbeitern an verschiedenen Standorten in der Welt. Bisher waren die Kunden ausschließlich Handwerker und Baufirmen, die Heizungen und Kühlsysteme in Häuser und Industrieanlagen einbauen. Ein reines B2B-Geschäft. Doch das ändert sich gerade. Viessmann will Lösungen für die Energiewende anbieten – und manche davon auch direkt an Privatkunden in ihrem Zuhause. Solche Lösungen zu finden, das ist Florians Job.

Seit Sommer 2017 leitet er das Venture Development bei Viessmanns Digital Unit VC/O in Berlin. Auch weil er hier etwas Gutes für die Gesellschaft tun kann, hat er sich für Viessmann entschieden. „Die Challenge ist groß genug, also bin ich im Juli dazugekommen“, sagt Florian, der zuvor bei einem Startup in Kopenhagen unter anderem die Internationalisierung vorangetrieben hat.

Bevor sie Lösungen erarbeiten können, müssen er und sein zehnköpfiges Team erst einmal Probleme finden. Eines ist zum Beispiel, dass die Menschen heute zwar viele Produkte im Netz kaufen oder Dienstleistungen buchen können – etwa einen Wäscheservice, eine Wohnungsreinigung oder einen Lebensmittelbringdienst, der sogar den Kühlschrank einräumt. Aber allzu oft ist der Bewohner gar nicht zu Hause, wenn die Dienstleister vor der Tür stehen. Die VC/O-Lösung: Das Startup Cary mit einer Plattform, auf der sowohl die Anbieter der Dienstleistungen versammelt sind, als auch die Hersteller von Smartlocks, die den Zugang zur Wohnung auch bei Abwesenheit des Bewohners ermöglichen. „Comfort und Convenience für den Privatkunden, das war unser anfängliches Ziel bei Cary“, sagt Florian. „Wir haben das Ganze in wenigen Monaten mit Bordmitteln und wenigen Freelancern aufgebaut.“

Wer darf in meine Wohnung?

Cary hat zwar erste Kunden. „Aber wir haben gesehen, dass den Kunden vor allem der Sicherheitsaspekt sehr wichtig war: Wer betritt meine Wohnung und wann?“, erklärt Florian. Also musste auch eine Sicherheitslösung mit Videokamera integriert werden. Noch eine App. „Es wurden immer mehr Apps, die integriert werden mussten“, sagt Florian. Aber so eine Aggregations-Lösung für Smart Home-Anwendungen in Sachen Gebäudetechnik gab es schon: Wibutler, ein Startup aus Münster. Es folgte der Pivot. Viessmann übernahm Wibutler. Und aus Cary der B2C- wird nun eine B2B2C-Anwendung. „Unsere Idee dahinter ist, dass auch Handwerker über diese Lösung zu unseren Kunden in die Wohnung gelangen können“, sagt Florian. Die Nachfrage ist da. Daher wird Viessmann dieses Thema weiter vorantreiben – nun unter dem Dach von Wibutler.

Die Power eines großen Unternehmens im Rücken

In seinem Venture-Development-Team sind Leute, die unternehmerisch wie in einem Startup arbeiten wollen, aber mit der Power eines großen Unternehmens im Hintergrund. „Mit Viessmann im Rücken können wir ganz andere Themen angehen, als ein normales Startup“, ist Florian überzeugt. „Viessmann bringt den Trust, die Erfahrung und die Vertriebspower ein.“ Im Zweifel skalieren die Themen schneller.

Gerade arbeitet Florians Team unter anderem an den Projekten Heating-as-a-Service – bei dem Viessmann nicht mehr Heizkessel, sondern Wärme als Rundum-sorglos-Paket an die Kunden verkauft – und am digitalen Förderprofi. Der Förderprofi soll Kunden, die auf eine umweltfreundliche Heizungsanlage umsteigen wollen, eine einfache Anleitung zur Beantragung von staatlichen Fördergeldern bieten. „Das gibt es bisher nicht“, weiß Florian. Entscheidend aber ist, dass die Idee funktioniert. „Wir testen in kurzen Abständen immer wieder unsere Hypothesen und setzen dafür kleine Geldbeträge ein“, erklärt Florian. Je nach Ergebnis wird das Produkt immer wieder angepasst – agile Entwicklung, wie bei einem Startup eben. „Wenn wir nach ein paar Monaten keine zahlenden Kunden haben, beenden wir das Thema“, sagt Florian. Neue Suchfelder und Möglichkeiten warten schon.

Deshalb sucht Florian auch immer Verstärkung für sein Team: Leute, die kreativ denken können, Leute, die Themen einschätzen und von null komplett neu aufsetzen können. „Wir brauchen Menschen, die Verantwortung übernehmen“, sagt Florian. „Und sie müssen eine Nase für Probleme und die Lösung haben.“ Trüffelschweine eben, so wie er.

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