„Jetzt ist die Zeit, etwas zu verändern.“

Eine neue Generation krempelt Viessmann um und macht den Klimahersteller fit für die Energiewende. So etwa die 29-Jährige Logistikerin Wiebke Herguth.

Allendorf (Eder) klingt erstmal beschaulich. Im Veranstaltungskalender steht zum Beispiel der Kram- und Viehmarkt Battenfeld: „Es werden Kühe, Rinder und Kälbchen der Robustrinderrassen Galloway, Highland Cattle, Rotes Höhenvieh, und Zwerg-Zebu, die man nicht alle Tage zu sehen bekommt, ausgestellt.“ Okay, Allendorf ist nicht San Francisco. Aber die Zeit ist hier nicht stehen geblieben und die Menschen, die hier arbeiten, messen sich mit den Qualitäts- und Service-Standards des Silicon Valley. Auch in Allendorf ändert die Globalisierung alles, schafft neue Herausforderungen, bringt aber auch neue Chancen. Zum Beispiel für Wiebke Herguth. Sie arbeitet beim Familienunternehmen Viessmann, einem dieser mittelständischen „Hidden Champions” über die man nicht viel weiß, die aber in der ganzen Welt erfolgreich sind. Viessmann produziert Heiz- und Klimatechnik, die bis nach Dschibuti und Turkmenistan geliefert wird. Seit einem Jahr leitet die 29-Jährige das Team Logistik Support Deutschland. Logistik ist eine traditionelle Männerdomäne, dass eine noch dazu junge Frau hier Teamleiterin wird, hätte es früher nicht gegeben.

Der Generationswechsel soll einen Entwicklungssprung bringen – auch kulturell

Viessmann war immer schon innovativ, sonst wäre der Traditionsbetrieb mit 12.000 Mitarbeitern heute nicht auf der ganzen Welt mit seinen Produkten vertreten. Aber die innere Vielfalt gedeiht besonders gut, seit Max Viessmann im Unternehmen immer mehr zu sagen hat. Seit Anfang des Jahres hat der 29-Jährige die Geschäftsleitung von seinem Vater Martin übernommen, der jetzt Chairman des Verwaltungsrats ist. Gemeinsam machen sie das Unternehmen zu einem „Next Generation Family Business“. Dabei gab der Senior seinem Sohn folgendes mit auf den Weg: „Der Übergang von einer Generation zur nächsten gibt einem Familienunternehmen die einmalige Chance auf einen strategischen und kulturellen Entwicklungssprung. Wir werden alles daran setzen, unsere Chance zu nutzen, um den Herausforderungen von Energiewende und Digitalisierung gewinnbringend zu begegnen.“

„Heute sind Ideen gefragt, wie wir zusammen mehr erreichen können“

Offenbar kommt die Veränderung bei den Mitarbeitern an. „Der Wandel im Unternehmen ist überall spürbar, seit Max Viessmann ins Unternehmen gekommen ist“, berichtet Wiebke. Die Arbeitsatmosphäre sei früher schon angenehm gewesen, doch die Kommunikation habe sich geändert. „Es herrscht noch mehr Offenheit, mehr Lockerheit, mehr Transparenz“, sagt sie. „Früher hat jeder Mitarbeiter seine Arbeit gemacht. Heute sind Ideen gefragt, wie wir zusammen mehr erreichen können. Gemeinschaftlich.“ Sicher habe es Leute im Unternehmen gegeben, die anfangs skeptisch waren, „besonders Kollegen, die schon Jahrzehnte dabei sind“. Doch mittlerweile kommen die Veränderungen, der andere Umgang mit den Mitarbeitern, positiv an. „Wenn man nicht bereit ist zum Wandel, hat man in keinem Unternehmen eine Chance“, ist Wiebke überzeugt. „Jetzt ist die Zeit etwas zu verändern, Richtung Digitalisierung zu gehen.“

Die Viessmann-Tochter VC/O etwa entwickelt in Berlin neue Geschäftsmodelle für das digitale Zeitalter. Aber sie können nur erfolgreich sein, wenn die Kollegen in Allendorf und aller Welt mitziehen. Wiebke ist mit Begeisterung dabei. Sie scheut nicht den Vergleich mit den GAFAs. „Was Amazon kann – Next Day Delivery – das machen wir bei Viessmann schon so lange ich hier arbeite“, sagt Wiebke. Das sind fünfeinhalb Jahre. „Wer bei uns bis 18 Uhr bestellt, hat am nächsten Morgen bis 8 Uhr seinen Heizkessel auf der Baustelle – deutschlandweit.“ Gerade arbeitet Wiebke daran, den Lieferzeitraum auszuweiten: bestellen bis 20 Uhr und liefern schon um 7. Auch Same Day Delivery bietet Viessmann in einem Pilotprojekt in Hamburg, Frankfurt und Berlin an: für alle Bestellungen, die per Paket verschickt werden können. „Wir werden oft mit Amazon verglichen. Aber was macht Amazon anders? Die vermarkten es besser. Den Kunden ist es oft nicht bewusst, dass unser Lieferservice so schnell ist“, meint Wiebke.

„Allendorf hat Charme“

Logistik – dieses Thema hat sie schon immer fasziniert. „Es ist das letzte Glied in der Kette. Wenn du dem Kunden einen guten Service bieten willst, dann muss die Logistik stimmen.“ Wiebke hat Logistik in Bamberg studiert mit dem Schwerpunkt Supply Chain Management. Nach dem Studium ist sie zurück in ihre hessische Heimat gegangen. „Ich komme aus der Gegend, der Name Viessmann hat hier einen guten Klang. Für mich war es die erste Wahl“, sagt sie. „Es ist sehr spannend, was gerade jetzt im Unternehmen passiert.“ Auch in der Logistik. „Wir sind dran, unsere Prozesse kontinuierlich durch die Digitalisierung zu verbessern“, sagt Wiebke.

Dazu muss man nicht in Berlin sein, das kann man auch in Nordhessen. Nach der Arbeit geht sie oft zum Lauftreff mit den Kollegen oder spielt Golf. „Ich lebe gern hier. Der Edersee ist nicht weit, dort verbringe ich Zeit mit Freunden und der Familie. Allendorf hat seinen Charme“. Und Robustrindrassen wie Galloway, Highland Cattle, Rotes Höhenvieh und Zwerg-Zebu bekommt man ja auch wirklich nicht alle Tage zu sehen.

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